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Kurzweil
Spürst du die Kälte himmelwärts aufziehen?
Siehst du wie Gestein lawinenartig stürzt,
wie das Dunkel heute schon die Tage kürzt?
Ist Gegenwart uns nur noch ausgeliehen?
Doch trau ich jedem Hauch von deinem Wort,
mundet mir wohl jede deiner Speisen:
Sollt der Winter auch das Mahl vereisen,
mit dir blüht Sommer nur an jedem Ort.
Verfolge nur, was heute dich beschattet!
Ich bin noch hier, wenn dich das Gestern holt,
wenn morgen reuevoll dein Herz verkohlt,
wird meine Hand es sein, die dich bestattet!
(c) I.R. Jung, 2005
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