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Arno Boldt
Es würde
sich sicher nicht lohnen, eine Abhandlung über mich zu verfassen, da ich
weder die Summe meiner Erfahrungen, noch das Ergebnis meiner Gene sein kann
- denn beides besitze ich nicht. Deshalb zähle ich mich nicht zu denen, die
sich menschlich schimpfen - obgleich zu sagen, ich sei das Gegenteil,
ebenfalls der Wahrheit zuwider laufen würde. Im großen und ganzen
Wandgeschmiere jedoch kann man mich getrost als den Teil ansehen, der stets
überschrieben wird. Und womit? Mit Recht.
Dies hängt mit dem Unvermögen des
Autors zusammen, sich selbst zu präsentieren - und dies nicht nur auf der
Metaebene. Deshalb muss ich mich mittlerweile fragen, ob ich ein Autor bin,
oder einfach nur der kleine Junge mit großen Augen und kleinem Magen, der
ich einst war. Nein, es soll keine rhetorische Frage sein. Du darfst mir
ruhig antworten, wenn du Einblick in die Geschehnisse hast. Und nein, diese
nicht-rhetorische Frage sollte auch nicht bedeuten, dass ich das Kindsein
schon für abgeschlossen halte. Man liest es gleich, und man würde es mir
auch ansehen, wenn man mir begegnen würde: ich kann mich nicht ausdrücken,
nicht verständlich machen, nicht erklären, was ich meine. Weißt du? Und wenn
ich dann Verbindungen zwischen Schnipseln, Zettelchen - zerknüllt oder
nicht, von Hand beschrieben oder nicht - sehe, die sich in ihrer
Entstehungszeit weit von einander unterscheiden, dann wische ich meine
Befunde mit Faulheit über den Tresen und befinde, dass so neu die Welt nicht
sein kann, dass ich das „Schlange stehen“ endlich hinter mir lassen möchte.
Doch wie nur, wie? |
Bibliographie
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